„Der Wutvulkan“ – So lernen Kinder, ihre Gefühle zu zähmen und ruhig zu bleiben

 

Wutvulkan

 

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2a haben sich in einem besonderen sozialen Lernprojekt intensiv mit dem Thema „Wut“ beschäftigt.
Ziel der Bezugsbetreuerin Alexandra Dadli, Sozialpädagogin des Kreisjugendring München-Land, und der Klassenlehrkraft Barbara Essigkrug war es, den Kindern auf spielerische und verständliche Weise Wege aufzuzeigen, wie sie mit ihren Gefühlen und hier vor allem mit ihrer Wut umgehen können.
Das Projekt wurde durch die Methode des „Wutvulkans“ umgesetzt. Dabei wurde den Kindern erklärt, dass Wut wie ein Vulkan ist, der manchmal ausbricht, wenn die Gefühle zu groß werden. Gemeinsam haben die Kinder gelernt, die Anzeichen für den „Ausbruch“ zu erkennen und Strategien zu entwickeln, um den „Vulkan“ zu beruhigen, bevor er ausbricht.
Der Wutvulkan und die Entstehung von Wut bis zum Wutausbruch wurde anfangs mit einem anschaulichen Bild eines Vulkans erklärt.
Die Schülerinnen und Schüler überlegten anschließend, was sie selbst zum Brodeln bringt und ausbrechen lässt. Hier lernen die Kinder, ihre Wutauslöser zu erkennen, z. B. wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen oder etwas nicht gelingen will.
Anschließend sammelten sie, was bei ihnen bei einem Wutausbruch passiert. Die Kinder verstehen, dass der Vulkan „ausbricht“ und sie vielleicht schreien, schimpfen oder sich ärgern.
Auch bei der Frage „Welche Folgen hat mein Wutausbruch?“ konnten die Mädchen und Jungen nachvollziehen, dass ihr Wutausbruch nicht nur Folgen für sie selbst hat, sondern sich auch auf andere auswirken kann. Es wird deutlich, dass Wutausbrüche andere verletzen können und Konflikte entstehen.
Bei der wichtigen Frage „Wie kann ich Dampf ablassen?“ erarbeiteten die Kinder gemeinsam, welche „Löschmethoden“ helfen können, den Vulkan zu beruhigen: Tiefes Durchatmen, Gespräche mit Vertrauenspersonen, Boxen in ein Wutkissen, das Aufschreiben der Gefühle, Malen oder aus der Situation raus gehen, waren einige Möglichkeiten, die sie entdeckten, um ihre Wut auf gesunde Weise zu kanalisieren.
Schließlich wurde noch besprochen, wie andere Personen dabei unterstützen können, ihre aufsteigende Wut abzukühlen. Hier erkannten die Kinder, dass es Ihnen helfen kann, um Hilfe zu bitten, sich Unterstützung zu holen oder mit Freunden und Erwachsenen über ihre Gefühle zu sprechen.
Daraufhin durften sich die Schülerinnen und Schüler Gedanken zu ihrem ganz persönlichen Wutvulkan machen und ihre individuellen Erkenntnisse festhalten.
Zum Abschluss des Projekts hörten die Mädchen und Jungen noch eine Geschichte über die Wut und bastelten ihren eigenen Wutball, um ein Instrument zu haben, ihre Wut zu kanalisieren und nicht an anderen Personen auszulassen.
Alexandra Dadli berichtet, dass die Kinder durch dieses kreative Projekt ein besseres Verständnis für ihre Gefühle, bzw. für dieses spezielle Gefühl entwickeln und lernen, Konflikte friedlich zu lösen. Das soziale Lernen fördere nicht nur die emotionale Kompetenz, sondern stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl in der Klasse. „Der Wutvulkan ist eine tolle Methode, um den Kindern auf kindgerechte Weise den Umgang mit starken Gefühlen zu vermitteln“, bestätigt Barbara Essigkrug. „Sie lernen, ihre Wut zu akzeptieren, aber auch, sie zu kontrollieren und konstruktiv damit umzugehen.“ Mit diesem Projekt setzt die Camerloher Grundschule Ismaning ein weiteres Zeichen für eine ganzheitliche Bildung, die neben Wissen auch die emotionale Entwicklung der Kinder in den Mittelpunkt stellt.